Tour de Funk 2012: Mon ami Weimar

von Will Future am 28. Februar 2012 aus der unendlichen Masse der Wörter und Sprachen herausgefräst
Why not Weimar, mon ami? Eben. Deshalb sind unsere elf Freunde von Schwarzkaffee am 23.2. auch dorthin gefahren, um zu funken.

Da freut sich aber eine Band, daß es gleich losgeht.

Und er hier gleich auch noch.

Und zwar, weil es heute in Weimar zur Sache geht, mon ami.

Der Saal im Mon Ami. Erinnert mich ans Montforthaus in Feldkirch. Aber wem sag ich das.

Backstage sieht es hingegen ungefähr so aus.

Auf dieser Photographie geht bildebenen- und blicktechnisch so einiges. Der Blogger, zu erkennen an Hand und Karoärmel photographiert durch einen Spiegel den Backstagebereich, wo Patrick, der sich in einem anderen Spiegel spiegelt, in dem wiederum Hendrik, der außerhalb des Bildausschnitts steht ins Bild blickt, Tim und Stephan filmt, der wiederum den Blogger und somit auch den Betrachter des Bildes direkt anblickt. Alter!

Fränkies Arbeitsplatz. Er selbst steht übrigens ganz links im Bild.

Die fantastischen Vier lümmeln ein wenig, während die anderen mal den Sound checken. Johannes sitzt derweil noch im Zug. Ich hole ihn später vom Bahnhof ab, sodaß er noch zweidreimal ins Bari und in die Flöte blasen kann, bevor die Leute reingelassen werden.

Roberto macht sich an den Töpfen warm.

Die Mütze Krause portraitiert die Tröte Schreiter. Oder: Stephan setzt Konrad mehr ins Dunkel als ins Licht. Sehr gut gemacht, alle beide!

Dan gibt schon beim Soundcheck einiges.

Die Setlist der Bläser liegt bereit. Sie unterscheidet sich kaum von der der Anderen. Es kann losgehen.

Ich stehe heute förmlich mit auf der Bühne, genauer vom Publikum aus gesehen gleich rechts davon. Hier ein Blick quer über die Bühne in die Katakomben direkt vor der Show. Es ist ungefähr um neun.

Nur wenige Sekunden später treten Gaga und Roberto an ihre Instrumente und legen los. Ersteren sehen wir hier im Rotlichtbezirk der Bühne. In der Band hatte sich so ein komische Vorahnung breit gemacht, heute würde es nur sehr wenig Publikum geben. Böse Vorahnungen (und noch schlimmer: Erinnerungen an Kassel und Göttingen letztes Jahr) schwirrten durch die Köpfe. Bei Betreten des oben gezeigten großen Saales besserte sich das alles nicht unbedingt. Aber: die Vorahnungen werden widerlegt. Es ist nicht gearde brechend voll, aber eben auch nicht gespenstisch leer bei ungefähr siebzig Gästen. Die Leute sind begeistert, in der ersten Reihe tanzen Mädchen. Was will man denn mehr.

Die erste Reihe von schräg vorn betrachtet.

Kann man wahrscheinlich auch weglassen, so ein Photo, aber mir gefällt's. Aus dem gleichen Grund möchte ich auch erwähnen, daß sich Tim Ludwig zwischen zwei Liedern auf der Bühne live die Schuhe zubindet. Das hab ich jedenfalls bei über zwanzig Schwarzkaffee-Konzerten noch nie erlebt.

Raschid und Maike werden von Peter schön beleuchtet. Trotzdem fällt mir erst jetzt so richtig bewußtseinsmäßig auf, daß Maike wieder selbst die goldene Jacke in Gold trägt. Wir vom CD-Verkauf, Busfahren und Bloggen begrüßen das.

Hier hätte ich mich hingestellt, wenn ich Gast gewesen wäre. Oder wenigstens, um ein Photo zu machen. Eine vierzig Zentimeter hohe Stufe auf der Bühne ermöglicht heute eine sehr gute Sicht auf die Rhythmiker Gaga, Hende und Roberto. Sehr gut.

Gaga nennt Stephan auf dem Heimweg im Bus "Tuba". Wahrscheinlich wegen der Posaune.

The Blackcoffee horny blazers. Ganz rechts im Bild: Johannes, der beim allgemeinen Rumspringentanzenkomplettdruchdrehen der Band bei FUNKOMAT stürzt, aber sofort wieder aufsteht. Das hätte auch Tim passieren können, wenn er sich die Schnürsenkel nicht gebunden hätte.

Roberto guckt oben aus einer Tonne raus.

Konrad „Texasranger“ Schreiter bläst zum Angriff. Ganz nebenbei gefragt: wieviele Liegestütze macht eigentlich Chuck Norris?

Johannes und die Hamster backen.

Patrick filmt Raschid. Warum denn auch nicht?

Bei Don't make me run away kippt auf der Bühne eine Wasser-äh-Schnapsflasche um und flutet vor sich hin. An der bereits geschlossenen Bar im Nebenraum gibt mir der telephonierende Barmann widerwillig ein paar Servietten, mit denen Tim versucht den Wassermassen Herr zu werden. Schafft er nicht. Ich nochmal zur Bar. Der Barkeeper versucht gerade ernstlich einem völlig perplexen Gast klarzumachen, daß es kein Bier mehr gibt, nur noch Bibop oder sowas. Da er scheinbar mit Servietten sparen muß, reicht er mir einen klatschnassen Lappen, den ich in sein Waschbecken auswringe und daran denke, daß es Leute gibt, die das mit ihm gemacht hätten. Dann ein bißchen Wischen auf der Bühne, die Mutti macht das schon.

Peter macht ja nicht nur Licht, sondern auch Raketen. Zwei davon landen heute im Lichtgestänge. Sieht gut aus.

Und noch ’ne Rakete: Maike Lindemann.

Johannes und die untergehende Sonne über dem Highway. Der Abend endet langsam.

GRACE ist mal wieder ein unplugged Wahnsinnsabschluß.

Nach dem Konzert und einer Runde Kir Royal bauen wir gemütlichst ab und cruisen entspannt zurück nach Leipzig. Unterwegs überholen wir ein Auto, dessen Anhänger auf einem Rad keinen Reifen mehr hat und fröhlich funken sprüht. Stört ihn aber nicht so. Weil der Berlin-Gig am Freitag kurzfristig abgesagt wurde, bringen wir nachts noch die Busse zurück zum Verleiher. Das heißt: ich nicht, beim lustigen Leute-auf-die-Autos-verteilen-Spiel lande ich in meinem und die Busse sind verteilt. Gaga und ich fahren in den Leipziger Osten. Um drei bin ich todmüde im Bett und freue mich auf die nächste Exkursion nach Lübeck.

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